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Erlebnispädagogik-Abend beim Workcamp Großdeuben

"Bitte einmal nach Geburtsdatum ordnen und das Brett nicht verlassen!"
"Bitte einmal nach Geburtsdatum ordnen und das Brett nicht verlassen!"

Am 2. August 2016 gestaltete ich mit den TeilnehmerInnen des Workcamps der Jungen Gemeinde in Großdeuben einen erlebnispädagogischen Abend. In allen Übungen ging es um Vertrauen und Mut: sich von zwei anderen Menschen hin- und herschaukeln lassen, darauf vertrauen, dass die anderen ihre Arme rechtzeitig wegziehen, wenn man durch sie hindurchläuft, sich in die Arme der Gruppe fallen lassen. Wie spannend mal wieder, wie unterschiedlich schwer das für die einzelnen TeilnehmerInnen war. Für den einen war es leicht, zu vertrauen, für den anderen eine echte Herausforderung. Und welch gute Gelegenheit, seine eigenen Grenzen kennenzulernen, auszuweiten oder für sie einzustehen!


Waldferien in Leipzig

Vom 27. bis 31. Juli 2015 war ich zusammen mit Naturpädagogin Anja von www.naturnah.co* und acht Jungs zwischen 6 und 9 Jahren in einem wilden Park in Leipzig unterwegs.

 

Montag: Es regnet. Die Jungs lernen sich kennen, bauen richtig coole Buden, spielen Waldtheater, horchen mit Astmikrofonen am Flussboden, entdecken wilde Tiere und wir machen Feuer, um uns daran zu wärmen. Nasse Füße und matschige Hosen inklusive. Die Jungs stört das gar nicht.

 

Dienstag: Heute wollen wir Tiere beobachten. Der heftige Wind macht uns einen Strich durch die Rechnung, im Wald fallen Bäume um. Kleinere Kinder fordern uns zum Stockkampf heraus, wir bleiben friedlich. Später grillen wir auf der Wiese, klettern und üben uns in ruhiger und vorsichtiger Annäherung an Tiere.

 

Mittwoch: Am Baumtag besuchen uns Bussarde. Von der Wiese aus verfolgen wir ihren Flug mit Ferngläsern. Außerdem überraschen einen von uns Erdwespen. Nach dem ersten Schrecken und bei gemeinschaftlicher Breitwegerich-Verarztung zeigt sich seine Tapferkeit. Blind ertasten wir Bäume und finden sie sehend wieder, erfahren durch zwei Märchen, warum die Eiche so furchige Rinde haben könnte und Ahornbäume im Herbst in rotgoldenen Farben glänzen. Danach schnitzen wir uns Redestäbe, Speere, Tiere und Rückenkratzer.

Wie viele Jungs finden in der Bude Unterschlupf?
Wie viele Jungs finden in der Bude Unterschlupf?

Donnerstag: Heute werden wir zu Bäumen und lassen uns von vielen verschiedenen Wesen besuchen - von Eichhörnchen, die über unsere Schultern hüpfen, von Ameisen, die das Bein hinaufkrabbeln, von einem Baumfäller, der sich in seiner Mittagspause schmatzend an unsere Wurzeln setzt und vom Sonnenschein, dessen Wärme wir in Krone und Stamm spüren. Wir lassen den Jungs viel Zeit für sich als Gruppe und sie entwickeln ein wildes Spiel mit mehreren Festungen, Dieben und einer Menge Bewegung. Später schnitzen wir wieder, die Jungs versinken in ihre Arbeit und werden ganz ruhig. Wir brennen Muster in verzierte Äste und balancieren Stöcker - gar nicht so einfach.

 

Freitag: Der letzte Tag. Auf die Entdeckung einer halb gefressenen Taube folgen viele Runden eines Spiels, bei dem sich alle an einen blinden Spieler (wahlweise Reh oder Hase) in der Mitte anschleichen, der wiederum genau hinhorcht, wo sich etwas bewegt. Dann teilen wir uns in zwei Gruppen auf und folgen den Spuren der jeweils anderen Gruppe, um einen Schatz zu finden. Heraus kommen wir wieder am Labyrinth, wo jeder seinen eigenen "Nasenpopler" bekommt. Wir bohren Löcher hinein und basteln daraus Ketten und Anhänger. Nach langem Klettern und Toben sind alle k.o.. Wir malen mit Naturfarben, lesen zwei Märchen zum Gänseblümchen und zu Spitz- und Breitwegerich vor und basteln danach wunderschöne Naturvisitenkarten mit den Titeln "Blumenwiese", "Die bunte Natur" oder "Sommerwiese". Zum Abschluss bekommen wir Besuch von einer riesigen Heuschrecke und eine tolle Rückmeldung der Jungs: das war eine spitzenmäßige Woche!

 

*Auf Anjas Homepage unter http://naturnah.co/galerie/waldferien/ findet ihr noch mehr Fotos von unseren Erlebnissen während der Waldferien. Außerdem könnt ihr mal schauen, was Anja sonst hier in Leipzig unternimmt. Viel Spaß! :)


Dämmerungslauschen im Rosental

Ende April 2015 lud ich zum "Dämmerungslauschen" ins Leipziger Rosental ein, es sollte eine kurze Sinneswahrnehmungsübung zur Sonnenuntergangszeit werden. Zu fünft lagen wir dann bei leichtem Niesel auf der Wiese, lauschten dem Surren der Mücken, rochen frisch gemähtes Gras und flüchteten uns vor immer größer werdenden Regentropfen unter einen nahen Unterstand. Dort trafen wir zwei junge Leute, die ebenfalls Zuflucht suchten und unsere Aktion so kommentierten: "Ihr macht so Selbstreflexion, ne? Haha. Ne, find' ich 'ne coole Sache!" Naja, fast.

So stellte ich mir das vor. Während der richtigen Aktion war der Himmel durchgehend hellgrau bis dunkelgrau, leider keine Spur von warmen Sonnen-untergangsfarben.

Fazit: Die Aktion ist zwar etwas ins Wasser gefallen, es folgte aber ein langes, schönes Gespräch unter'm Blätterdach. Darin fand sich diese Aussage: "Ich hab' schon so lange nicht mehr einfach auf'm Waldboden gelegen. Danke." Es hat sich also gelohnt! :)


Rauskommen - Rausfinden

Entspannung und Achtsamkeit in der Natur (Linda & Jule)

 

Am 28.6.2014 fand in Potsdam unser Projekttag "Rauskommen - Rausfinden" statt. Zehn Menschen pilgerten in den Wildpark nahe des Schlosses Sanssouci und verbrachten sieben Stunden mit Linda (*) und mir im Wald. In dieser Zeit war viel Raum, den Wald und sich selbst zu erkunden. Mehrmals tastend, einmal riechend, ab und zu mit Augenbinde und mal verkehrt herum. Auch liegend, lauschend, beobachtend und später wandernd, denkend und schreibend. Schaut euch die Fotos und Kommentare der Teilnehmenden an! :)

Hier ein paar Teilnehmerstimmen:

 

"Erst benutzt man die Hände und dann gehört das Gucken auch noch dazu. Echt schön!"

"Danach war ich tiefenentspannt."

"Das Laub strahlt so eine Stabilität aus. Als der Himmel zu sehen war, kam es mir vor, als würde ich in ein Loch laufen."

"Ein ganz anderes Fühlen..."

"Es war ungewohnt, so viel Zeit zur Verfügung zu haben."

"Ich hab gar nicht mehr an die Frage gedacht, sondern ganz schnell einen Baum gefunden, bei dem ich dann lange war."

"Für mich war es toll, einfach dort am Platz zu sitzen und diese ruhige Zeit für mich zu haben."

 

Wir danken für den schönen Tag und das gute Wetter! :)


* Für Linda und mich war der "Rauskommen-Rausfinden"-Tag das Abschlussprojekt unserer Weiterbildung in Naturpädagogik der Naturschule Freiburg in Kooperation mit Wild Wurzeln. Deswegen haben wir die Projektplanung und -umsetzung ganz groß aufgezogen mit Plakaten, Flyern, Dokumentation, Materialherstellung, festem Programmablauf und Finanzplan. Sehr interessant und leider auch sehr aufwendig, alles so professionell zu gestalten!


4-Elemente-Tag

"Wofür bist du Feuer und Flamme? Was reißt dich mit?" - Begegnungen mit den 4 Elementen (Anne* & Jule)

 

Am 13.4.2014 fand unser Vier-Elemente-Tag am Schwärzesee bei Eberswalde statt. Zehn Teilnehmer folgten der Wärme des Feuers, ließen sich außer Atem bringen, spürten die Erdanziehungskraft und machten den Wind sichtbar. Wir suchten Dinge, die nach etwas riechen, wie z.B. das Holzstück unten im Bild, und bestaunten die Intensität der Gerüche, wenn man sich wirklich darauf konzentriert. Wir legten uns auf den Boden und lauschten, wie es sich darin anhört, wenn jemand vorbeiläuft, -springt oder wühlt und ahmten die Spiegeleigenschaften des Wassers nach. Zwischendurch gab es Sitzplatzanregungen, Sorgenverbrennen und Wünscheeinpflanzen.

Ein gelungener Tag, wie wir finden. Uns hat es großen Spaß gemacht! :)

 

 

* Anne hat eine Weiterbildung zur "Natur-, Kultur- und Wildnispädagogin" bei Circlewise gemacht. Die Zusammenarbeit mit ihr fand ich sehr fruchtbar. :)